Ahnentafel

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Heute schauen wir uns mal den Begriff der Ahnentafel etwas näher an. Ja genau, Ahnentafel. Wenn jemand bei uns zuhause ist, und einen Blick auf meine Ahnentafel wirft, fragt er oft: „Toll, ist das dein Stammbaum?“. Ich verkneife mir dann oft einen besserwisserischen Kommentar. Denn in der Praxis werden die Begriffe Ahnentafel und Stammbaum oft verwechselt oder gleichbedeutend benutzt. Deswegen hier und jetzt nochmal in aller Deutlichkeit:

Eine Stammbaum ist keine Ahnentafel!

Stammbaum

In einem Stammbaum werden die Nachkommen einer Person dargestellt. Hier sprechen wir von einer deszendentalen Betrachtung (deszendent = lat. für ‚absteigend‘). Den Startpunkt des Stammbaums bilden meistens die Stammeltern, die vor einigen hundert Jahren gelebt haben. Oft sind dies die Spitzenahnen, also die ältesten bekannten Vorfahren. Ausgehend von ihnen werden alle Nachfahren dargestellt. Du selber findest dich daher nur als ein kleines Blatt an diesem Stammbaum. Ein Stammbaum kann weit verästelt und damit auch sehr umfangreich sein. Zu Beginn der Erstellung lässt sich oft gar nicht abschätzen, wie groß ein Stammbaum wird.

Ahnentafel

Eine Ahnentafel stellt im Gegensatz zum Stammbaum nur die direkten Vorfahren einer bestimmten Person dar. Man spricht hierbei daher auch von einer aszendentalen Betrachtung (Aszendent = lat. für Aufsteigend). Ausgangspunkt oder Startpunkt ist immer der sogenannte Proband, in den meisten Fällen also du selber (oder die Person, für die du die Ahnentafel netterweise erstellst). Vom Probanden ausgehend werden die vorherigen Generationen systematisch dargestellt: ein Proband, zwei Eltern, vier Großeltern, acht Urgroßeltern usw.. Die Ahnentafel verbreitert sich also nach oben sehr regelmäßig um die doppelte Anzahl an Personen. In der Regel hat ja jeder Mensch zwei Elternteile. Geschwister, Onkel, Tanten finden in einer Ahnentafel keine Berücksichtigung.

Die Erstellung einer Ahnentafel ist quasi die Champions-League in der Familienforschung. Denn mit jeder Generation hast du doppelt so viele Personen zu erforschen. Sehr wahrscheinlich stammen diese aus unterschiedlichsten Regionen oder vielleicht sogar Ländern. Daher solltest du dich auf deine Ahnentafel konzentrieren, wenn du erste Erfahrungen in der Ahnenforschung gesammelt hast.

Ahnentafel und das Kekule System

Mithilfe einer Ahnentafel lässt sich das Kekule System ganz einfach darstellen. Väter bekommen immer die doppelte Ordnungszahl (Kekule Nummer) des jeweiligen Kindes. Mütter haben immer die Kekule Zahl des Ehepartners, erhöht um eins. Details dazu kannst du im Beitrag „Kekule“ genauer nachlesen.

Ahnenschwund oder Ahnenverlust

Je weiter deine Ahnentafel wächst, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit sein, dass ein Vorfahre von dir doppelt vorkommt. In dem Fall spricht man von Ahnenschwund bzw. Ahnenverlust.

Wie jetzt – warum Ahnenschwund oder Ahnenverlust, wenn derjenige doppelt vorkommt? Und warum überhaupt doppelt? Darauf werde ich hier jetzt nicht weiter eingehen. In meinem Beitrag „Ahnenschwund einfach erklärt“ kannst du nachlesen, was es mit diesem Phänomen auf sich hat und wie es dazu kommt.

Übrigens: Für die Darstellung meiner eigenen Forschungsergebnisse nutze ich am liebsten die Ahnentafel. Sie lässt mich auf einen Blick erkennen, bei welchen meiner Vorfahren ich vielleicht noch Lücken habe, die es zu erforschen gibt. Im Internet stehen viele Vorlagen einer Ahnentafel zum Download zur Verfügung, meistens als klassisches Baumdiagramm. Mein persönlicher Favorit ist aber der Fächer. Da sehe ich alle Vorfahren auf einen Blick, schlicht und übersichtlich auf kleinem Raum dargestellt. Auch die Rechercheergebnisse meiner Kunden stelle ich oft in dieser Form vor.

Stammbaum oder Ahnentafel – was ist denn nun richtig?

Richtig oder Falsch gibt es hier nicht. Mein Online Kurs heißt auch „In 7 Tagen zum eigenen Stammbaum“, obwohl das Ziel des Kurses die Erstellung einer Ahnentafel über 3-4 Generationen ist. In der Praxis ist der Begriff des Stammbaums weitaus geläufiger, auch wenn damit oft eine Ahnentafel gemeint ist.

Wichtig ist, dass du dir zu Beginn deiner Forschung Gedanken darüber machst, was du erforschen möchtest und vor allem, wie du deine Ergebnisse darstellen möchtest. Möchtest du die Herkunft eines bestimmten Namens erforschen? Dann läuft es eher auf einen Stammbaum hinaus. Für die Erforschung und Darstellung aller deiner Vorfahren ist die Ahnentafel das Mittel der Wahl.

Es wird sicherlich auch Überschneidungen geben. Im Rahmen deiner Recherchen wirst du gar nicht darum herumkommen, neben deinen direkten Vorfahren auch deren sämtliche Kinder, Enkelkinder etc. zu erforschen. Denn oft lassen sich Lücken im Lebenslauf deiner Vorfahren, z.B. ein fehlendes Sterbedatum, nur näher eingrenzen, wenn du auch in den Lebensläufen der Nachfahren stöberst. Hat der Ur-Ur-Ur-Großvater bei der Heirat seiner Tochter noch gelebt? War er Taufpate bei einem seiner Enkel? All dies kann wichtige Hinweise auf seine Lebensdaten geben.

PS: Suchst du noch nach einer einfachen Vorlage für eine Ahnentafel? In meinem kostenlosen Online Kurs bekommst du unter anderem ein Arbeitsblatt mit einer Vorlage für eine schlichte Ahnentafel mit 4 Generationen, die du auf beliebig viele Generationen erweitern kannst.

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